Musterhaus
Musterhäuser sind heutzutage sehr wichtig geworden. Es gibt schon so viele Haustypen und hunderte verschiedene Baustile, dass man sich gar nicht mehr vorstellen kann wie es wäre in einem bestimmten Haus zu wohnen. Dafür gibt es aber ganze Parks – riesige Areale – in denen Musterhäuser stehen, welche man betreten und in denen man, sozusagen, probewohnen kann. Man kann die Vorteile, sowie die Nachteile hautnah erleben und das Gefühl eines Stils unmittelbar vor Ort kennen lernen. Man kann die Häuser vergleichen und auch Bauten von anderen Firmen begutachten, welche man ansonsten vielleicht übersehen hätte, oder die man womöglich gar nicht gekannt hat.
Musterhäuser sind schon eingerichtet und deuten in eine grobe Richtung, in welche das Wohngefühl gehen wird, wenn man sich das Haus kauft. Man kann das Gedankenspiel, wie es wäre hier zu wohnen, direkt vor Ort 1:1 erleben und ist nicht auf schlechte Aufnahmen aus dem Internet angewiesen, die womöglich nur die guten Seiten eines Hauses hervorheben.
Entgegen vieler Meinungen ist es nicht, bzw. nur kaum, möglich ein Musterhaus zu kaufen. Selbst wenn man nämlich ein Musterhaus ergattert – was an sich schon sehr unwahrscheinlich ist – so kann es sehr leicht passieren, dass dieses Haus gar nicht wieder aufgestellt werden darf. Der Aufbau eines Hauses ist nämlich, auch wenn es von wo anders abgebaut wurde, immer als ein Neubau zu werten. Die EnEV (Energieeinsparverordnung), die bei Neubauten zu tragen kommt hat sich nämlich womöglich in den Jahren, in denen das Musterhaus stand, so verändert, dass der Neubau schlichtweg nicht genehmigt werden würde.
Außerdem ist das zerstörungsfreie Abtragen eines Hauses nicht ganz billig und danach hat man kein Fertighaus, sondern ein Ausbauhaus, in dem – abgesehen vom Rohbau – trotzdem noch alles gemacht werden muss. Es ist also in den meisten Fällen billiger gleich ein Fertighaus zu kaufen.
Wie kommt man an ein Musterhaus?
Sollte tatsächlich ein Musterhaus einmal zum Verkauf stehen, dann wird es vermutlich gleich mit dem gesamten Standort verkauft. Manchmal kommt es jedoch vor, dass die Musterhäuser abgebaut werden, was dann natürlich erst firmenintern die Runde macht und sich wahrscheinlich eher ein Angehöriger und kauft dieses Haus, noch bevor es öffentlich wird.
Manche Firmen schreiben das Musterhaus auch betriebsintern gegen das Höchstgebot aus – damit wird auch Streit unter den Mitarbeitern verhindert. Sollte man zu diesem Kreis gehören, so gibt es mehrere Varianten, wie sich der Hersteller des Musterhauses darum kümmert, wie das Haus ab- und wieder aufgebaut wird.
Entweder der Hersteller stellt die Pläne und einen Monteur zur Verfügung und kümmert sich anschließend um nichts mehr – dies ist jedoch sehr selten der Fall. Oder er das Unternehmen baut das Musterhaus fachgerecht ab und stellt den Rohbau an einem anderen Ort wieder auf, sodass eben ein Ausbauhaus über bleibt – in den meisten Fällen wird es so praktiziert.
Die letzte Variante wäre, dass der Hersteller das Haus ab- und aufbaut und den Rohbau wieder als Fertighaus herrichtet. Dabei übernimmt der Hersteller dann natürlich auch wieder die Gewährleistung eines normalen Fertighauses, sofern es im Vertrag nicht anders festgehalten wird. Dies ist natürlich die Variante, die am teuersten ist, daher sollte es vom Käufer gut überlegt sein ob ein neues Fertighaus nicht eventuell doch billiger wäre.
Die Musterhausparks bleiben aber nicht für ewig so stehen. Nach zehn bis zwanzig Jahren müssen die Häuser an Interessenten verkauft werden. So entsteht mit der Zeit daraus eine richtige Wohnsiedlung.
Es gibt aber auch Hersteller, die das alte Musterhaus abreißen und ein neues, moderneres Haus auf den Grund stellen.
Abseits dieser Musterhausparks gibt es aber auch viel frei stehende Musterhäuser, welche dann auch besser ausgestattet sind. Diese Art von Musterhäusern wird meistens mit der gesamten Einrichtung verkauft.
