Warum die Schuldenkrise bei der Anschlussfinanzierung hilft?

von am 26. Januar 2012 in Immobilienfinanzierung

Warum die Schuldenkrise bei der Anschlussfinanzierung hilft?

Der Baufinanzierungsmarkt befindet sich aktuell in einer Sonderkonjunktur. Immobilienbesitzer sollten schnell handeln, um von den derzeit günstigen Zinsen für eine Anschlussfinanzierung zu profitieren.

Die aktuelle Zinssituation am Baufinanzierungsmarkt steht vollends im Zeichen möglicher Kunden. Bereits jetzt ist das niedrige Zinsniveau von Herbst 2010 beinah wieder erreicht. Damals konnte die sich verfestigende Schuldenkrise innerhalb der EU als Begründung dienen. Die damalige Situation führte dazu, dass Investoren von Anleihen schwacher Länder zu Anleihen starker Länder, unter anderem auch Deutschland, flüchteten.
Die aktuelle Zinssituation am Baufinanzierungsmarkt steht vor allem im Zusammenhang mit der Politik, die es bislang immer noch versäumt hat, handfeste Taten auf den angekündigten Rettungsschirm folgen zu lassen. Obwohl bereits zahlreiche europäische Regierungen einschneidende Sparprogramme beschlossen haben, kann davon ausgegangen werden, dass die betroffenen Länder 2012 mit einem Wirtschaftsrückgang zu kämpfen haben.

Aufgrund der vorprogrammierten, nachlassenden Wirtschaftsleistung lässt sich vermuten, dass die Europäische Zentralbank noch innerhalb des ersten Halbjahres 2012 eine weitere Senkung des Leitzinssatzes vornehmen wird. Davon einmal abgesehen haben viele europäische Staaten aufgrund ihrer schlechten Bonität mit hohen Zinssätzen für die Refinanzierung ihrer Staatsschulden zu kämpfen. Deutschland hingegen konnte erst jüngst eine sechsmonatige Anleihe platzieren, bei welcher die Investoren keinerlei Zinsen forderten.
Sollte sich dieses Ungleichgewicht nicht innerhalb der nächsten Monate ändern, droht ein Zusammenbruch der Europäischen Währungsunion. Es sei denn, die Europäische Zentralbank würde unbegrenzte Anleihen am Markt aufkaufen oder als Sicherheiten akzeptieren und das Zinsniveau in den betroffenen Staaten somit drücken. Das hätte aber auch zur Folge, das zahlreiche Investoren ihr Kapital aus deutschen Staatsanleihen abziehen und das Zinsniveau innerhalb Deutschland wieder spürbar steigen würde. Wovon auch die Baufinanzierung betroffen wäre.

Optimaler Zeitpunkt für eine Anschlussfinanzierung
Aufgrund der derzeit günstigen Zinsen ist der Baufinanzierungsmarkt nicht nur für Erstfinanzierungen, sondern insbesondere für Anschlussfinanzierungen interessant. Wer jetzt ein Angebot für eine Anschlussfinanzierung seiner eigenen Bank vorgelegt bekommt, sollte auf günstige Zinsen achten. Sollte die Bank keine Anschlussfinanzierung gewähren oder sollten die Zinsen zu hoch sein, empfiehlt sich mitunter ein Wechsel der Bank, also eine Umschuldung.

Wobei es sich bei dem Angebot einer anderen Bank selbstredend um ein zinsgünstiges Angebot mit langfristiger Zinsbindung handeln sollte. Immobilienbesitzer, die bereits eine Finanzierung haben, könnten somit ihre monatlichen Ausgaben und ihre Zinsen maßgeblich senken. Jeder, der den Schritt zu einer neuen Bank gehen will, sollte vorab für seine Anschlussfinanzierung einen Vergleich der Zinsen durchführen, denn nur so kann auch ein wirklich günstiges Angebot gefunden werden. Weiterhin gilt es unbedingt darauf zu achten, dass der derzeitige Finanzierungspartner eine Umschuldung auch duldet und der neue Partner nach Ablauf der Zinsbindung ebenfalls dazu bereit wäre.

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